Viele Smartphone-Besitzer unterschätzen die enormen Sicherheitsrisiken ihrer Geräte. Fast jeder zweite Deutsche (47 Prozent) nutzt keinen Virenschutz, jeder fünfte verzichtet komplett auf jegliche Sicherheitsfunktionen. Das ergab eine repräsentative Verbraucherumfrage unter 1300 Bundesbürgern im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. Sie wissen oft nicht, dass ein Smartphone nicht mit einem klassischen Handy vergleichbar ist. „Bei der Nutzung von internetfähigen Smartphones sind der Schutz des Endgeräts und die Sicherheit der gespeicherten Daten genauso wichtig wie bei jedem PC auch“, sagt BITKOM-Präsident Professor Dieter Kempf. „Smartphones sind keine Handys, Smartphones sind Hochleistungs-Computer, mit denen man auch telefonieren kann.“ Jeder dritte Deutsche besitzt inzwischen ein Smartphone. Auch die Stiftung Warentest warnte in ihrer Juni-Ausgabe vor einigen beliebten Apps, die private Daten unverschlüsselt an die Anbieter übertragen.

Ausspähung von privaten Daten

Die Bedrohung durch Cyberkriminalität, Viren oder Diebstahl hat für Smartphones stark zugenommen. „Jeder Smartphone-User sollte zumindest einen Antivirenschutz nutzen sowie Sicherheitsfunktionen wie den standardmäßig angebotenen Zugriffsschutz“, so Kempf. Alle Smartphones bieten den Zugriffsschutz durch eine PIN, der sich nach einer gewissen Zeit ohne Nutzung automatisch einschaltet.

Mit Smartphones können die Nutzer ins Internet gehen und sich verschiedene Zusatzprogramme, sogenannte Apps, auf ihr Gerät laden. Auf Smartphones sind häufig sensible berufliche Informationen und auch intime private Daten gespeichert – von elektronischen Postfächern über Adressbücher bis zu Fotoalben. Zudem haben die meisten Nutzer den Zugriff auf verschiedene Webservices für Fotos, Musik oder auf Onlineshops wie Reiseveranstalter eingerichtet. Die Zugriffsdaten wie Name und Passwörter für diese Dienste sind ebenfalls auf dem Smartphone gespeichert. „Das Smartphone wird immer mehr zur technischen Basis für den Identitätsnachweis bei Online-Transaktionen“, sagt Kempf. Der Verlust des Mobiltelefons kann daher schwerwiegende Folgen haben. Nach einer BITKOM-Umfrage hat rund jeder zehnte Deutsche ab 14 Jahren sein Handy schon einmal verloren.

Stiftung Warentest warnt ebenfalls vor Sicherheitsrisiken

Viele Apps übertragen persönliche Informationen der Smartphone-Besitzer ungesichert und nicht anonymisiert an deren Entwickler. Die Zeitschrift Stiftung Warentest testete für ihre Juni-Ausgabe die Datensicherheit von 63 beliebten Smartphone-Apps, von denen die Tester neun als „sehr kritisch“, 28 als „kritische sowie 26 als „unkritisch“ einstuften, darunter Youtube, Wikipedia und Sportschau.

Nur jeder sechste Smartphone-Besitzer (16 Prozent) nutzt laut BITKOM-Umfrage ein Programm, mit dem das Mobiltelefon bei Verlust geortet werden kann. Lediglich 11 Prozent) haben eine Software installiert, mit dem nach einem Verlust per Fernzugriff alle Daten gelöscht werden können. Nur 12 Prozent nutzen auf ihrem Mobiltelefon einen so genannten Passwort-Safe, das ist eine Software zur sicheren und zentralen Verwaltung von Zugangscodes.

Meine persönlichen Tipps für Smartphone-Besitzer:

  • Zugriff auf Smartphone schützen, etwa durch Eingabe einer PIN/Geste.
  • Sicherheitsfunktionen nutzen und Antivirenprogramm installieren.
  • Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen – wie z.B. Google Play – installieren.
  • Updates von Apps und Betriebssystem möglichst umgehend installieren.
  • Gesundes Misstrauen: Nicht jeden Anhang öffnen, nicht jedem Link folgen.
  • Auf Online-Banking u.a. sensible Anwendung gänzlich verzichten.
  • Unterschiedliche Passwörter für Websites mit Login wählen (beispielsweise 3 Kennworte für verschiedene Sicherheitslevels).
Jürgen Christ anrufen!