Ob für Projekte, Geschäfte oder Konfliktlösungen: An welchen Plätzen kommen uns Selbstständigen eigentlich die besten Ideen? Am Wochenende bin ich dieser Frage nachgegangen und nenne Ihnen meine Favoriten für die besten Plätze.

Zur Ideenfindung – wie Mindmapping – gibt es inzwischen einige Programme. Ebenso: zahlreiche Methoden zur Durchführung von Brainstormings und anderen Kreativitätstechniken. Für mich entscheidend ist aber der Ort und die Zeit, nicht nur die Werkzeuge.

Grundsätzliche unterteile ich derartige Orte in zwei Kategorien: einmal, wo ich ganz alleine bin und zum anderen in die Plätze, an denen sich andere Menschen befinden, die mich möglicherweise inspirieren. Und das müssen nicht immer Meetings oder Workshops sein.

An beiden Orten entwickle ich sehr unterschiedliche Ideen. Brainstormings – Ideenfindung mit mehreren Menschen – ist eine von Alex Osborn erfundene und von Charles Hutchison Clark weiterentwickelte Methode. Die ursprüngliche Technik stammt im übrigen aus Indien und ist über 400 Jahre alt. Eine andere Methode nennt sich “Mindmapping” und baut auf Skizzen und Bildern auf. Zur kreativen Ideenfindung existieren auch zahlreiche Bücher. Oder Online-Dienste, um Innovationen und Ideen in Gruppen, beispielsweise mit Kunden, zu fördern.

5 Tipps für Geschäftsideen und Brainstormings

Das “Stille Örtchen”

Nach meiner Ansicht für Männer bestens geeignet für gute Ideen. Das Titelfoto knipste ich im übrigen am Wochenende in einem Hotel in Sachsen-Anhalt. Über den Urinalen im Männer-WC hingen die für Geschäftsleute wichtigsten Seiten der jeweils aktuellen Ausgabe der WELT. Im Grunde genommen lenkte es aber mehr ab. Am Folgetag entstand ein zweites Foto im Hundertwasser-Haus in Magdeburg – ebenfalls in einer Männertoilette. Das Aquarium wirkte sehr inspirierend. Und so entstand dann auch die Idee zu diesem Beitrag. An solchen Orten entsteht bei mir immer nur eine einzelne Idee, die ich dann später (auf Papier) aufschreibe.

In der Badewanne

Mein persönlicher Favorit. Wirkt entspannend und problemlösend. Gerade für Konfliktlösungen ziehe ich eher die Badewanne – oder die Natur – vor. Alleine. Wichtig ist eben nur die Möglichkeit, die Ideen beim planschen in der Wanne irgendwie aufzuzeichnen. Hierbei hilft mir mein Galaxy Tablet mit der Sprachsteuerung von Samsung. Ich stelle es auf ein Regal, lege mich in die Wanne – und wenn mir eine Idee kommt, sage ich nur: „Hallo Galaxy. Notiz: Einen Artikel über Buchhaltung schreiben.“ Antwort vom Tablet: „Gespeichert im Memo.“

In der Natur

Bei langen Wald- oder Parkspaziergängen entstehen so viele Gedanken, dass ich manchmal den Wald vor lauter Ideen nicht mehr sehe. Gerade wenn es um grundlegende Veränderungen in meiner Firma geht, ziehe ich die Natur den anderen Plätzen vor. Da ich in der Regel mein Smartphone dabei habe, hilft mir die Android-App “Easy Voice Recorder”. Für individuelle Kundenlösungen bevorzuge ich Seen – und zur Aufzeichnung ein einfaches Notizbuch mit Kuli. Mit dem Smartphone mache ich viele Fotos während meiner Reisen – Bilder finde ich sehr inspirierend für neue Ideen. Dabei ist die Qualität weniger wichtig, eher die “Sprache des Bildes”.

In einem Straßencafe – oder in der Bahn

Trotz meiner diversen Hightec-Spielzeuge arbeite ich seit 22 Jahren gerne mit klassischen Notizbüchern, gerade bei spontanen Ideen, die ich gerne festhalten möchte. Manchmal reichen ein paar Wortfetzen aus, die ich im Zug oder in einem Cafe aufgeschnappt habe, um mich inspirieren zu lassen – und auch mal quer zu denken oder verrückte Ideen zu sammeln, die mir am Schreibtisch garantiert nicht so schnell einfallen. Vor allem an öffentlichen Coworking-Plätzen sprudeln die Ideen förmlich.

Am Stehpult oder auf dem Balkon

Nichts ist langweiliger als den ganzen Büroalltag am Schreibtisch zu sitzen. Wie soll man an diesem Ort bloß auf gute Ideen kommen? Mein Stehpult im Homeoffice nutze ich beispielsweise, um Interviews oder Gespräche im allgemeinen vorzubereiten. Und natürlich ist die Arbeit im stehen auch wesentlich gesünder. Meinen Balkon bevorzuge ich im Frühjahr und Sommer gerne für eine Tagesplanung – oder zur Sammlung von Ideen für Artikel oder Projekte. Sowohl am Stehpult als auch auf dem Balkon nutze ich das Notizbuch und den Notebook. PS: diesen Artikel schreibe ich im übrigen am Küchentisch, weil der alte Holztisch eine gewisse Ruhe ausstrahlt.

 

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