Ob in ALDI-Flyern, auf Plakaten an Litfaßsäulen oder selbst auf Visistenkarten sind sie inzwischen zu finden, diese seltsamen Pixelquadrate. QR-Codes liegen derzeit voll im Trend in der Werbung. Still und heimlich erfreuen sie sich seit 2007 wachsender Beliebtheit in Europa. Hinter solchen Codes verstecken sich Webadressen, Kontaktdaten, Termine, oder selbst SMS. Mit einer kostenfrei erhältlichen Barcode-Scanner-App fürs Smartphone lassen sich diese Codes – vom Kunden oder Geschäftspartner – schnell einlesen und können direkt gespeichert werden, zum Beispiel die Kontaktdaten von einer Visitenkarte im eigenen Adressbuch. Die App “Barcodescanner” ist ein Beispiel für Android-Smartphones.

Der QR-Code (QR = Quick Response) wurde zur Markierung von Baugruppen und Komponenten für die Logistik in der Automobilproduktion des Toyota-Konzerns bereits 1994 entwickelt. Seine Verwendung ist kosten- und lizenzfrei. Sie können sich Visitenkarten mit enthaltenem QR-Code selber als Druckvorlage erstellen oder Webadresse (URL), Kontaktdaten, Termine und mehr online codieren, die generierte Grafik beispielsweise in Ihre Website einbinden, in Flyern, auf Produktverpackungen oder auf Plakaten verwenden – alles kostenfrei. Sowohl die Online-Codierung als auch die Code-Scanner-Applikation fürs Smartphone. Der QR-Code bildet heute eine wichtige Schnittstelle zwischen Print und Online, zum Beispiel bei Offline-Werbung für ein Produkt, das online direkt bestellt werden kann.

Ich habe über QR-Codes mit Christian von den Brincken, Geschäftsführer Marketing der Ströer Out-of-Home Media AG, Marktführer für Außenwerbung in Deutschland, über den stillen Trend und weitere Entwicklungen gesprochen.

Interview:
QR-Codes in der Außenwerbung

Christian von den Brincken, Geschäftsführer Marketing und Strategie der Ströer AG

Christian von den Brincken, Geschäftsführer Marketing und Strategie der Ströer AG

 Hat Ströer beaobachtet, dass QR-Codes auf Plakaten zunehmen? Wie ist die Entwicklung? Welche Bedeutung haben QR Codes für Outdoor-Kampagnen in Deutschland?

Christian von den Brincken: Das Thema erfreut sich steigender Beliebtheit, boomt geradezu, nachdem es sehr lange in einem Dornröschenschlaf versunken war. Wir führen das auf zwei Dinge zurück: Zum Einen auf die rasante Ausbreitung von Smartphones mit leistungsfähigen Kameras und besseren Bildschirmen und zum Anderen auf die dafür notwendige bessere Bandbreite und Verfügbarkeit breitbandiger Netze. Der Trend zu QR-Codes und ähnlichen Technologien wird anhalten, weil immer mehr Menschen leistungsfähige Smartphones besitzen und die nachwachsende Generation an den spielerischen Umgang mit ihren mobilen Endgeräten gewöhnt ist. Außerdem ist das damit verbundene Thema des Location Based Advertising sowie das des Mobile e-Commerce auf dem Vormarsch. Deswegen denken wir, dass wir uns jetzt erst am Anfang der Entwicklung befinden.

Wie sieht die Zukunft solcher Codierungsverfahren aus?

Christian von den Brincken: Ströer hat eine Weiterentwicklung der QR-Technologie auf den Markt gebracht, Vooh! (steht für Virtual OOH). Es handelt sich dabei um eine App zur Bilderkennung. Im Unterschied zu den QR-Codes, wird der Nutzer direkt zu einem umfassenden Menü weitergeleitet, aus dem er zum Beispiel wählen kann, ob er einen Werbefilm anschaut, an einem Gewinnspiel teilnimmt oder doch nur zusätzliche Infos abfragen will. Hinter einem QR-Code verbirgt sich zunächst nur ein Link. Dieser Zwischenschritt fällt bei der Bilderkennung weg. Darüber hinaus erkennt sie auch Bewegtbild und Gegenstände und last but not least muss das Motiv nicht mit einem QR-Code versehen werden.

Für welche Branchen ist so eine Kombination sinnvoll?

Christian von den Brincken: Eine Kombination von Out-of-Home Medien mit Vooh! bietet sich speziell für Kunden an, die eine Vielzahl an Informationen transportieren müssen – beispielsweise Automobilhersteller, Technikhersteller, Mobilfunkanbieter, Veranstalter von Events oder Filmverleihe. Sie können dem Konsumenten via Vooh! ihren kompletten Content, der sich hinter ihrem Logo oder Key Visual versteckt, zur Verfügung stellen und mit ihm direkt in Kontakt treten.

Danke für Ihre Zeit!

Weitere Informationen:
www.stroeer.de