In den letzten Wochen haben wir oft über die Hitze gestöhnt – wie jeden Sommer. Die Finger klebten regelrecht an der Tastatur und so mancher Notebook wurde so heiß, dass die Schweißperlen während der Arbeit die Stirn herunterliefen. Gedanken zur Hitze im Büro – und zwei einfache praktische Tipps, um die Geräte vor Überhitzung zu schützen. Denn die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.

Klimatisierte Räume und mobile Kühlgeräte

Gewiss, die Edelvariante, aber in der Praxis – für mich – undenkbar. Schließlich waren klimatisierte Großraumbüros einer der wesentlichen Gründe, warum ich mich einst selbstständig gemacht habe. Ob Allergien oder eine schnelle Erkältung – Klimaanlagen oder mobile Kühlgeräte in der Größe eines Heizkörpers kommen für mich als Freiberufler nicht in Frage. Apropos Heizkörper und Kühlgeräte: Klettern die Temperaturen über 30 Grad sind die mobilen Klimageräte bei den Elektronik-Discountern oder in den Baumärkten stets ausverkauft. Wenn überhaupt, dann macht nach meiner Ansicht ein Einsatz dieser Krachmacher nur Sinn, wenn der dicke Wärmeschlauch auch mit einer Vorrichtung an einer Öffnung im Mauerwerk oder im Fenster angebracht wird (= Zusatzkosten), damit die Abwärme abließen kann. Was die Kostenfrage betrifft: Vernünftige Geräte fangen bei etwa 400 Euro an. Kann sich eben nicht jeder Freiberufler oder kleine Selbstständige leisten. Nur größere Firmen verfügen über entsprechende klimatisierte Räume – allerdings nur für die Server.

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Cooling Pads für Notebooks

Mit der zunehmenden Flut der Notebooks, die auch Mitarbeiter mit zur Arbeit nehmen (BYOD, „Bring your own device“), änderte sich unsere IT-Landschaft. Dementsprechend wuchs auch die Anzahl der Lösungen zum Schutz gegen Überhitzung: So genannte „Cooling Pads“ begannen zu boomen. Alleine im SATURN am Berliner Alexanderplatz finden sie Platz in einer eigenen Regalreihe.

Das Prinzip ist simpel: ein Notebook, rund 10 bis 17 Zoll Bildschirmgröße, wird auf das Pad gestellt, zwei bis drei Lüfter sorgen für zusätzlich kalte Luft – vorausgesetzt, die Zuluft ist geregelt. Eine Stromversorgung erfolgt über einen freien USB-Port.

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Diese Cooling Pads gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und zu Preisen von rund 20 bis 50 Euro. Ich habe mich für ein Modell für 40 Euro entschieden, weil es eine Reihe von Vorteilen gegenüber den Billigmodellen bietet, zum Beispiel:

  • eingebaute Lüfter, die sich abschalten und stufenlos regeln lassen
  • 21 dB Geräuschpegel
  • Gummistopper, damit der Notebook nicht abrutscht
  • eingebauter USB-Hub mit Anschlüssen für weitere 3 Geräte
  • optionaler Netzanschluss

PS: einen simplen Belüftungseffekt erzielt man auch, wenn man Bleistifte, ein Lineal oder Radiergummis, unter dem Notebook so platziert, damit er ein wenig angeschrägt wird. In solchen Fällen wäre eine externe Tastatur ratsam.

Oft vergessen: Notwendige Kühlung für den WLAN- und Internet-Router

Bei über 30 Grad und im Dauerbetrieb mit mehreren Rechnern, Smartphones und Schnurlostelefonen lief meine FRITZ!Box so heiß, dass ich mir fast die Finger daran verbrannt hätte. Kaum auszudenken, was passieren würde, wenn ich das Gerät während meiner Reisen mal vergesse abzuschalten. Abgesehen davon regelt die FRITZ!Box meinen gesamten Telefon- und Fax-Verkehr – ein Dauerbetrieb ist daher notwendig.

PS: die FRITZ!Box wird bei Abwesenheit und weniger Energieverbrauch sicherlich nicht so heiß, dass ein Brand entstehen kann. Außerdem gibt es Sicherungen. Aber … viele Kollegen stellen sie auf den Schreibtisch, Drucker oder andere Geräte. Und dort können im sommerlichen Dauerbetrieb Brandflecken entstehen.

Gegen zu viel Hitze: Eine befreundete Kollegin brachte mich auf eine witzige und praktische Idee. Das Grillgestell für meine Mikrowelle wird selten, wenn gar nicht gebraucht. Und so bietet es sich an, statt Hähnchen zu grillen – die FRITZ!Box damit zu kühlen. Die Betriebstemperatur sank spürbar. Und außerdem wirkt sie wie ein Kunstwerk, wie eine gespenstige, künstliche Spinne – irgendwie ja auch passend zum Word Wide Web 🙂