Heute verbringe ich meinen zweiten Arbeitstag im Coworking Space Erfurt. Er steht unter dem Motto: “Tagesziele stecken und erreichen”.

Viel zu lange haben manche Freiberufler und Selbständige alleine im Homeoffice vor sich hin gearbeitet und sich an ineffiziente Arbeitsweisen gewöhnt. Vielen Angestellten ergeht es nicht viel anders: aus Angst vor Intrigen und Machtspielen haben sie sich abgeschottet, arbeiten, um zu gefallen, nicht mehr, um etwas zur Selbstzufriedenheit zu leisten. Über die Jahre gewöhnt man sich daran. Coworking inspiriert und verführt daher gleichzeitig zur Ablenkung: es wird gequasselt, zu viel Zeit in der Teeküche verbracht oder dem Nachbarn auf die Tastatur geschaut. Ohne ein Tagesziel führt Arbeit schnell zum Frust, die Zeit verrennt im Flug und um 18 Uhr fragen wir uns, was wir überhaupt geschafft haben.

5 Anregungen fürs Zeitmanagement, damit Sie heute Abend zufrieden nach Hause gehen…

Zu hohe Tagesziele führen zu Frust. Foto: Jac

Zu hohe Tagesziele führen zu Frust. Foto: Jac

Erfolgreiches Zeitmanagement mit Tageszielen

Ziel genau definieren: Nicht übernehmen, ein machbares Tagesziel definieren. Wer seine Ziele niedriger steckt, lebt zufriedener und glücklicher, fanden Glücksforscher heraus. Und glückliche Menschen sind kreativ und neugierig. Wenn es sich bei dem Tagesziel um eine Auftragsproduktion handelt, den Kunden ruhig darüber informieren. Abends Ergebnis kontrollieren, kurze Tagesbilanz machen, und, falls nicht erreicht: keine Scham oder Schuldgefühle hegen – besser in den Folgetagen optimieren.

Nicht ablenken: Handy-Klingeltin und -Vibration abschalten. E-Mails nur maximal zwei Mal täglich abrufen – früh morgens und nochmals nach Arbeitsende, zirka 18 Uhr. Briefpost nicht öffnen – kein Brief erfordert heute Ihre Aufmerksamkeit, bei Behörden gelten in der Regel vier Wochen Widerspruchsfrist.

Statusmeldung auf ‘beschäftigt’ setzen: Videotelefonie- und Chat-Systeme wie Skype bieten die Möglichkeit, den persönlichen Status auf “abwesend”, “beschäftigt” – oder gar “unsichtbar” zu setzen. Arbeiten Sie in einem Coworking-Space, stellen Sie entweder ein rotes oder ein grünes Schild auf Ihren Schreibtisch (rot = beschäftigt, grün = ansprechbar). PS: Zugang zu Twitter, Facebook, Xing etc. temporär abschalten!

Doping führt in eine Sackgasse: Manche Freiberufler glauben, stangenweise Zigaretten oder literweise Kaffee helfen weiter. Sie lenken nur ab und verkürzen die Akku-Laufzeiten extrem. Rauchen nur auf dem Balkon, maximal 1-2 Tassen Kaffee, ansonsten literweise Wasser oder koffeeinfreier Tee. Ein (leichtes) Mittagessen nicht vergessen, der Körper braucht Energie, vor allem durch vielfältige Nahrung – und nicht nur Zucker. Nicht zu fettig, weil Fett zu viel Energie verbraucht.

Denk- und Kreativitätsblockaden lösen: Wenn es nicht mehr weiter geht, die passenden Ideen für Worte oder eine Grafik fehlen: Pause machen und zirka 15-30 Minuten spazieren gehen, mit frischer Luft und Bewegung neue Energie tanken. Notizblock, Stift oder digitales Diktiergerät nicht vergessen, ein Handy mit Sprachaufzeichnung reicht in der Regel.

Diese Worte klingen banal, allgemein – ich höre und lese sie seit mehr als 20 Jahren. Dennoch ist die “Macht der Gewohnheit” manchmal stärker als die kleinen Weisheiten des Lebens, die wir allzu oft im Arbeitsalltag vergessen. Ich bin gespannt, ob ich heute Abend das erreichen meines Tagesziels bei Twitter ankündigen kann.