Es gibt Menschen, die senken ihren Blick nach unten oder bekommen sogar Schamröte, wenn man sie fragt, wann sie ihr letztes Daten-Backup gemacht haben. Wäre es zum Frühjahr nicht mal wieder fällig – oder streben Sie nicht eher eine vernünftige, regelmäßige Lösung an? Mit der Zeit sammeln sich in der digitalen Welt viele Informationen an, manche sind sehr persönlich und sensibel. Was passiert, wenn sie verloren gehen oder in fremde Hände gelangen? Frühjahrsputz! Zeit, sich mal Gedanken zur Datensicherheit zu machen…

Datensicherung – offline und online
Es gibt immer noch Selbstständige, die ihre Daten nicht regelmäßig sichern. Geht die Festplatte aber kaputt, ist es zu spät, unter Umständen die Arbeit von Jahren dahin. Für Windows existiert das kostenfreie Programm Personal-Backup, das Daten oder nur Teilbestände regelmäßig sichert. Einmal eingerichtet, kopiert das Programm automatisch Ihre Buchhaltungsdatenbank und andere wertvolle Dokumente auf ein internes oder externes Medium, zu bestimmten Uhrzeiten oder beim runterfahren des Rechners. Externe USB-Festplatten kosten etwa 50 Euro (mit zirka 500 GB). Am besten gleich zwei kaufen und mindestens ein Medium an einem anderen Ort lagern.

Eine weitere Möglichkeit der automatischen Datensicherung ist ein Online-Backup, wie beispielsweise von Strato oder Wuala. Diese Sicherung hat den zusätzlichen Vorteil, dass man Daten zwischen verschiedenen Computern automatisch synchronisieren und bestimmte Daten mit anderen Menschen teilen kann. Sensible Daten vor dem Online-Backup unbedingt verschlüsseln.
Weitere Informationen zum Online-Backup.

Medien verschlüsseln
Falls ein Medium gestohlen oder mal irgendwo vergessen wird, beispielsweise ein USB-Stick, gelangen unter Umständen hochsensible Daten in fremde Hände. Programme wie Truecrypt für Windows können einzelne Daten oder gesamte Medien sicher verschlüsseln und erlauben den Zugriff nur nach Eingabe eines vorher festgelegten Kennwortes. Truecrypt ist ein kostenloses Open-Source-Tool.

Schutz vor ausspähen von Daten
So mancher Rechner ist heute immer noch nicht ausreichend gegen Viren, Trojaner und andere Schadsoftware geschützt. Ein installiertes und lizensiertes Schutzprogramm von Avira, Kaspersky oder Symantec sollte eigentlich auf jedem PC Standard sein. Einen hundertprozentigen Schutz bieten dieses Programme aber auch nicht, weil die Produzenten von Schadsoftware in ihrer Entwicklung manchmal schneller sind und den Schutz überlisten. Selbst beim Surfen kann man sich heute nebenbei einen Schädling einfangen („Drive-by-Downloads“).

Ist Ihr Smartphone und Tablet-PC auch entsprechend geschützt?

Grundsätzlich sollten Software-Updates regelmäßig durchgeführt werden. Sowohl vom Betriebssystem als auch von anderen Programmen, z.B. Adobe Reader, Java, Browser – sowie von deren Erweiterungen. Ob die Add-ons/Plugins von Ihrem Browser noch aktuell sind, können Sie bei Botfrei testen. Für Browser empfiehlt sich das Add-on „No-Script“. Es blockiert Anwendungen auf Webseiten und gibt sie nur auf ausdrücklichen Wunsch frei.

Vorsicht ist in sozialen Netzen wie Facebook geboten. Nicht auf jeden Link klicken, der dort verbreitet wird, vor allem wenn die Links verkürzt sind (z.b. mit bit.ly).

PS: Der alte Irrglaube, Macs seien noch sicher, wird hier widerlegt.

Online-Bank- und Finanzinformationen abtrennen
Mit dem Notebook oder Desktop-PC wird heute vieles getan: Angebote geschrieben, Buchhaltung gemacht, Online-Bankgeschäfte erledigt – und nebenbei noch ein wenig gesurft. Schadsoftware kann man sich heute sehr schnell auf Websites einfangen, auch wenn diese als seriös einzustufen sind. Gerade Online-Geldgeschäfte sind ein hochsensibler Bereich. Daher ist es empfehlenswert, derartige Tätigkeiten auf einen separaten PC zu verlagern. Sei es Online-Banking oder Einkäufe bei Amazon oder anderen Online-Shops. Vielleicht steht im Keller noch ein alter PC oder sie kaufen einen „Alten“ gebraucht für 50 Euro?

Linux eignet sich hervorragend als kostenfreies, sicheres Betriebssystem, kann selbst von Laien schnell installiert werden. ISO-Image downloaden, z.B. Ubuntu Linux, es auf eine CD brennen und auf dem Zweit-PC installieren. Mit diesem Zweit- oder Dritt-PC nur den Browser für Online-Geldgeschäfte verwenden.

Linux kann aber auch als Zweitbetriebssystem auf jedem Windows-PC nachträglich installiert werden. Beim hochfahren des PC können Sie über einen Boot Loader entscheiden, welches Betriebssystem starten soll.

Nicht jede App installieren – Apps prüfen
Immer mehr Apps, sei es im Smartphone oder bei Facebook, verlangen bei der Installation umfangreiche Zugriffsrechte, die sie eigentlich nicht benötigen. Am besten Installation erst einmal abbrechen und im Web nach der App recherchieren. Vielleicht wurde sie bereits von Chip & Co. getestet – oder andere Nutzer haben sie auf den App-Markets kommentiert.

Passwörter managen und schützen
Mit der Zeit sammeln sich dutzende von Kennworte für alle nur erdenklichen On- und Offline-Dienste an. Oder verwenden Sie gar immer dasselbe Kennwort? Wenn Sie sehr sicher surfen und mailen wollen, empfiehlt sich ein Kennwort-Safe mit integriertem Passwort-Generator, z.B. Keypass. Ein paar Tricks zum Kennwort-Management gibt es bei Heise Security. PS: immer verschiedene Kennworte verwenden, vor allem, wenn Geld mit im Spiel ist.

Diebstahlschutz für Smartphones
Im Smartphone sind oft viele sensible Daten gespeichert: E-Mails, persönliche Kontakte, Fotos, Videos, Dokumente. Viele Besitzer gehen allzu leichtfertig mit den kleinen Hochleistungscomputern um, lassen es im Restaurant schon mal auf dem Tisch liegen, wenn sie die Toilette aufsuchen. Daher ist ein Diebstahlschutz notwendig, um ggfls. das Smartphone über eine Internet-Verbindung sperren zu lassen und alle Daten aus der Ferne zu löschen.

Privat und Beruf trennen
Zum Abschluss eine sehr einfache Weisheit. Berufliches und privates unbedingt trennen und sich strikt daran halten. Privates Facebook, private E-Mails, privates surfen, Spiele – nur auf einem anderen Computer. Oder unter einem anderen Betriebssystem auf dem gleichen PC.